Kategorie: Maklerrecht

Vereinbaren die Parteien eines von einem Makler vermittelten Grundstückskaufs einen Preisnachlass von über 50 Prozent, kann der Makler keine Provision verlangen, denn der nachgewiesene und der abgeschlossene Kaufvertrag sind wirtschaftlich nicht gleichwertig. Dies hat der BGH (vgl. Urteil v. 6.2.2014, III ZR 131/13) jüngst entschieden.

Der Fall: Die klagende Immobilienmaklerin begehrt von ihrem Kunden die Zahlung einer Maklerprovision. Die von der Beklagten beauftragte Klägerin wies unter Hinweis auf die Provisionspflicht eine Gewerbeimmobilie zu einem Kaufpreis von 1,1 Mio. € nach. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Klägerin war u.a. festgelegt, dass ein Provisionsanspruch auch entstehe, wenn der abgeschlossene Vertrag vom Angebot abweiche, oder wenn es vertragliche Erweiterungen oder Ergänzungen gäbe oder ein gleiches oder ähnliches Geschäft abgeschlossen werde.

Der Käufer einer Immobilie, der diese Immobilie zum Zweck der Vermögensbildung und Steuerersparnis kauft, hat gegenüber einem Makler den Anspruch darauf, dass ihm die steuerlichen Auswirkungen dargestellt werden, ohne die Nachteile zu verheimlichen. Unterlässt der Makler dieser Aufklärung, hat der Käufer unter Umständen einen Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrages und Ersatz der ihm entstandenen Kosten. Bedient sich hierbei der Verkäufer eines Maklers, so haftet er in der Regel auch für die Falschberatung durch den Makler.